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Geboren wurde ich 1947 in eine Arbeiterfamilie in Hagen/Westfalen, das Radio auf einem Podest an der Wand war lange das einzige Unterhaltungsmittel. Anfangs war es ein VE301 (Volksempfänger, der heute noch als Schmuckstück neben dem aktuellen OLED-UHD-TV steht), später ein Graetz-Raumklang-Radio mit Kurzwellenbereich, das ich mit einem selbstgebauten BFO-Zusatz auch für Amateurfunk-SSB-Empfang nutzte. Mein Vater war in seiner Jugend ein "Radiobastler" und hatte aus der Zeit noch ein Vier-Röhren-Batterieradio mit großen Drehkondensatoren im Keller, das ich "natürlich" irgendwann zerlegte. Wegen meines starken technischen Interesses bekam ich einen "Radiomann"-Experimentierkasten mit den ersten Glasröhrchen-Transistoren (OC71) zu Weihnachten, der auch zu vorsichtigen "Sendeversuchen" auf Mittelwelle führte...

Meine früheste Erinnerung an "Fernsehen" ist die Fußballweltmeisterschaft 1954 in der Schweiz, die ich ab und zu in einer nahegelegenen (verqualmten) Gaststätte auf einem 53-cm-S/W-Fernseher verfolgte. Relativ spät bekamen wir in der Familie ein Metz-TV-Gerät, und meine "Karriere" nach der Realschule begann mit einer Radio- und Fernsehtechniker-Lehre, wo ich auch die ersten Farb-TV-Testsendungen des WDR-Farblabors auf riesigen "Röhrenbergwerk"-Farbfernsehern erlebte. In der anschließenden 18-monatigen Wehrdienstzeit fuhr ich nach der Grundausbildung einen Funkwerkstatt-Unimog-Kastenwagen und reparierte die amerikanischen UKW-Handfunkgeräte mit winzigen Stiftröhren.

Ein erster Kontaktversuch zu Hagener Funkamateuren bei deren Monatstreffen misslang, aber später in Köln als angelernter Tontechniker und dann Wartungsingenieur beim WDR-Fernsehen traf ich auf den Arbeitskollegen Manfred May, DJ1KF (sk), der die erste Amateurfunk-Klubstation des WDR auf dem Funkhaus leitete (DK0WR). Hier empfing ich oft mit einem großen T100-Fernschreiber von Siemens die damaligen RTTY-Rundsprüche von DB0YF (Feldberg/Taunus). Das 2-m-Band blieb dann nach dem Erwerb der C-Lizenz 1975 mein Haupt-Betätigungsfeld, und eine kleine lokale SSTV-Runde mit DB1KZ, DF1KJ, DF9KH und DL7BC begeisterte mich für die Bildübertragung (SSTV und FAX) mit Wraase-Bildspeicherkonvertern. Nach dem Umzug der WDR-Klubstation in das Dachgeschoss des neuen Vierscheibenhauses kam ATV auf 70 cm hinzu, und ich "erbte" leihweise den ersten, vom späteren OSCAR-Vater Karl Mainzer, DJ4ZC, im Auftrag von Manfred entwickelten Restseitenband-AM-ATV-Sender mit QQE-06/40-PA.

Durch gute Kontakte zur gerade aufblühenden "WDR-Computerclub"-Redaktion waren Manfred und ich auch bei den ersten Heimcomputer-Besitzern mit selbstbestückten Apple-II-Nachbauten, und ein aus "Weiterbildungs"-Mitteln des WDR finanzierter "echter" Apple-II zierte bald (1981) die Klubstation. Damit wurde dann RTTY- und SSTV-Betrieb gemacht oder Schrifteinblendungen ins ATV-Bild gestanzt. Das 1981 von Manfred (DJ1KF) und Rolf (DF9KH) errichtete ATV-Relais DB0KO auf dem Hochhaus der Deutschen Welle im Kölner Süden wurde immer weiter ausgebaut, von AM-ATV auf FM-ATV und mit diversen Betriebsarten zum ersten "Multimedia-Umsetzer" mit RTTY-, SSTV- und Wetterbild(Meteosat-)Empfang. Nach dem Erwerb der B-Lizenz 1984 traute ich mir größere Projekte zu: den Umbau eines Wraase-SC-1 zum automatischen FAX-, SSTV- und Farb-SSTV-Eingabe-Wandler für DB0KO, Inbetriebnahme (mit Umbau) einer 3M603-Faxmaschine als Qualitätsreferenz und eines SC-1-2000 mit 96Sek.-Farb-SSTV (1987). Danach folgte der Aufbau eines transistorisierten 23-cm-FM-ATV-Senders nach DG6KJ und die Mitwirkung an ersten 10-GHz-ATV-Tests von Manfred über DB0KO (1989).

Mit dem Erwerb eines Commodore-Amiga500-Computers sowie u.a. FAX-Software des jungen deutschen Programmierers Volker Wertich (das erste hochwertige analoge Standbildübertragungs-Programm im europ. Amateurfunk) begann zusammen mit Max, DB1KZ (sk), eine intensive Pionierarbeit. Es folgten meine Mitwirkung am Betatest der Amiga-Farb-SSTV-Version (1990), der 2.Platz beim DARC-FAX-Kontest und der 6. Platz beim DARC-SSTV-Kontest (VHF/UHF). Parallel zum Einstieg in die Redaktionsarbeit beim "TV-AMATEUR" der AGAF mit Übersetzungen aus englischen und amerikanischen Afu-Zeitschriften (später als Rubriken "Blick über die Grenzen") begann ich mit lokalen wöchentlichen FAX-Rundsprüchen auf 144,7 MHz und via DB0KO im Anschluss an den Köln-Aachen-ATV-Rundspruch. Der war von Manfred als Redakteur mit OV-Video-Produktionsteams modernisiert worden, und ich wirkte dabei als Kameramann mit Jochen, DF1KJ (sk), zusammen für den OV G39 jahrelang mit. Ein weiterer Höhepunkt war die Übernahme mehrerer "Kopernikus"-Satelliten-TV-Sendungen von "All-TV" (Oberpfaffenhofen) bei Space-Shuttle-Starts und D1/D2-Missionen und deren Ausstrahlung via DB0KO aus der Klubstation DK0WR. Manches Wochenende fuhr ich bald zum DW-Hochhaus wegen Korrekturen oder Reparaturen am Multimedia-Relais, aber die tolle Aussicht von dort oben entschädigte immer wieder die Mühe. Vom Kopernikus empfing ich zu Hause auch monatliche Sat-TV-Magazin-Sendungen von "DrDish-TV" (Christian Mass) aus improvisierten Studios in Usingen und Bonn.

Im Zuge der fortschreitenden Digitalisierung folgten der Aufbau eines HK232-Multimodekonverters (Bausatz), dessen Erweiterung auf 9600-Baud-Packet-Radio, der Aufbau mehrerer 9600-Baud-Modems für andere Funkamateure und später mit DJ1KF, DH8KAM und DL4KW zusammen die Einrichtung von Digipeater und PR-Mailbox DB0WDR im Vierscheibenhaus inklusive Selbstbau der Linktransceiver sowie erste Versuche mit von DJ1KF konstruierten Hochgeschwindigkeits-PR-Links auf 10 GHz. Die intensive Mailbox-Betreuung in den Mittagspausen kam Manfred und mir auch bei der Redaktionsarbeit für den G-Distrikts-Rundspruch und den TV-AMATEUR zugute. Mein Textaustausch mit dem AGAF-Vorsitzenden und -Redakteur Heinz, DC6MR, lief zunächst meistens über Telefax und dann via Internet (der Amiga konnte das auch schon!). Ein Laptop zu Hause war bald mein täglich genutztes Werkzeug, und die Umstellung des TV-AMATEUR auf DINA4-Format und später Farbfotos verbesserte den Ruf der AGAF stetig. Mit Redakteuren des WDR-Computerclub und Manfred, DJ1KF, zusammen baute ich die ersten Webseiten des G-Distrikts und der AGAF immer weiter aus. Bei einer Gelegenheit kündigte mir Manfred an, seinen alten ATV-Freund Uwe Kraus, DJ8DW (inzwischen Prof. an der Uni Wuppertal), zur Entwicklung eines Digital-ATV-Senders überreden zu wollen. Das Ergebnis waren zunächst ein Digital-ATV-Vortrag von DJ8DW am 10.1.95 in Gummersbach und dann mit finanzieller Unterstützung von AGAF und DARC die ersten 19-Zoll-Baueinheiten mit PC-Unterstützung für GMSK-Modulation und MPEG-1-Codierung (1,5 Mb/s). Bei der späteren Produktion einer weiterentwickelten 100er-Serie aus MPEG-2-Modulator- und GMSK/QPSK-Exciter-Platinen im Labor der Uni Wuppertal war ich mit Lötkolben und großer Lupe (SMD-Bestückung!) aktiv beteiligt.

Einen erheblichen Einschnitt markiert der tragische Tod des "DATV-Motors" Manfred, DJ1KF, Mitte 1999 durch einen Unfall beim Errichten einer großen Sat-TV-Antenne auf dem Dach seines Hauses. Nun musste ich die WDR-Klubstation und die Webseiten-Betreuung sowohl des G-Distrikts als auch der AGAF allein fortführen. Die jährliche Fahrt zur HAMRADIO-Messe zur Verstärkung des AGAF-Stands war mir schon selbstverständlich geworden, und leider erst jetzt im Jahr 2000 konnten wir dort die weltweit erste Live-DATV-Strecke mit MPEG-2-Codierung auf 434 MHz mit 2 MHz Bandbreite demonstrieren. Ende 2001 begann ein erster QPSK-DATV-Feldversuch bei DB0KO in Köln auf 1255 MHz (noch heute die DATV-Demofrequenz am AGAF-Stand in Friedrichshafen), der von mindestens 26 OM (und von mir) empfangen werden konnte. Der damalige Relaisverantwortliche Rolf, DF9KH, und sein Nachfolger Helmut, DG3KHS, sind jedes Jahr treue Besucher am AGAF-Stand der HAMRADIO.

Durch den Kontakt mit amerikanischer Technik-Literatur und vereinzelte ältere TV-AMATEUR-Artikel zum Thema 3D begann mein Interessse an stereoskopischer (räumlicher) Bilddarstellung. Ein Auslöser eigener Aktivitäten war das Erlebnis des ersten IMAX-3D-Films mit klobigen infrarotgesteuerten 3D-Shutterbrillen im Sony-Kino in New York bei einer WDR-Dienstreise zum dortigen ARD-TV-Studio. Zu Hause fing ich an mit Versuchen in 3D-SSTV und 3D-ATV im Rot-Grün-Anaglyphen-3D-Verfahren - später kam ein (damals teurer) DLP-Videobeamer mit aus den USA importierten 3D-Shutterbrillen und ersten IMAX-3D-DVDs dazu. Die bildsynchrone Ansteuerung der drahtgebundenen Shutterbrillen musste ich mir noch selbst bauen nach Anregungen im "Computertreff" des BR von Rolf-Dieter Klein (neben dem WDR-Computerclub ein heute schmerzlich vermisster Weiterbildungs-TV-Pionier). Den ersten europäischen 3D-TV-Sender "3DSat-TV" aus Italien empfing ich 2009 mit einer PC-Sat-TV-Karte auf einem Multisync-Monitor. Die Anregung dazu kam wie schon beim ersten europ. HDTV-Sender "Euro1080" aus Belgien Ende 2003 vom alten TV-DX-Pionier "Scholli" aus Vitzenburg via Internet-Forum www.digitalfernsehen.de, das bis heute meine tägliche Pflichtlektüre ist. Inzwischen kann ich mit meinem Asus-3D-Laptop und passenden 3D-Shutterbrillen jedem Interessenten das "Wunder" der natürlichen räumlichen Videowiedergabe demonstrieren, auch mit eigenen 3D-Videoaufnahmen. Übrigens: viele Fotos von AGAF-Veranstaltungen im TV-AMATEUR stammen aus meiner 3D-Foto- und Videokamera Fujifilm W1. Ein daran ebenfalls interessierter OM ist Ulfried, DJ6AN, auch wie ich Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für Stereoskopie e.V.

In letzter Zeit bannen die ersten Ultra-HD-TV-Testsendungen von europäischen TV-Satelliten mein Interesse, mit der drehbaren 70-cm-Parabolschüssel am Dachfenster erreiche ich sie zwischen 5 und 42 Grad Ost (TRT4K auf Türksat ist für die Euro2016 der "Geheimtipp"). Als Rentner kann man sich zum Glück die Zeit selbst einteilen, und mein relativ neuer Ultra-HD-OLED-TV von LG macht immer wieder Freude, sei es beim UHD- oder DVB-T2-HD-Empfang. Das HAMNET auf 5 GHz rund um DB0KO erreiche ich z.Zt. nur via Internet-Tunnel, denn ausgerechnet zum aktuellen Standort des Digital-Umsetzers steht mir ein Hochhaus im Weg. Als mögliche Ausweichlösung habe ich einen 70-cm-DVB-T-USB-Stick (RX/TX) von HiDes zum Messepreis aus Friedrichshafen mitgebracht. Etwas Bewegung verschafft mir mein Fahrrad, mit dem ich die meisten Wege in und um Köln zurücklege - schon seit den Anfängen im WDR...

Klaus, DL4KCK